Warnung Tiere

Strassenverkehr

Mit dem Auto auf den Strassen von Westaustralien

Das Offensichtlichste zuerst: In Australien herrscht Linksverkehr. Das braucht gerade am Anfang etwas Gewöhnung, aber dann gibt es in der Regel nur selten Situationen, in denen man in alte Muster zurückfällt (auf einer engen Strasse auf die linke Seite auszuweichen ist ungewohnt, und auch ein Wendemanöver auf einem Wendeplatz geht aus Versehen mal rechts herum…). Aber wenn alle anderen auf der linken Seite fahren, macht man das schnell selbst auch, ohne darüber nachzudenken.

Gute Hinweise zum Fahren in Western Australia hat die Road Safety Commission zusammengestellt.

Lange Strecken berücksichtigen

Wir waren auch vor dem Quokkamobil schon zwei Mal mit dem Wohnmobil in anderen Teilen Australiens unterwegs, und haben vor allem eine Erfahrung gemacht: Die Strecken, die zurückgelegt werden müssen, dürfen keinesfalls unterschätzt werden.

Wer aus Europa, vor allem aus Deutschland, gewöhnt ist, lange Strecken auch mal an einem Tag zurückzulegen, wird sich umgewöhnen müssen. Von Zürich nach Berlin (ca. 850km) in einem Tag mit dem Auto? Anstrengend vielleicht, aber kein Problem. Von Perth nach Carnarvon (ca. 890 km)? Mit einem normalen Auto sicherlich noch eher als mit dem Wohnmobil, aber auch so: Nicht ganz so locker. Und hier sind nicht die Staus das grösste Hindernis, sondern die langen, ermüdenden Strecken. Abgesehen davon ist das Tempolimit in der Regel 110 km/h.

Mit dem Wohnmobil fahren

Die Strassen sind meist gut ausgebaut (die 4WD-Strassen im Inland sind mit dem Quokkamobil sowieso kein Thema), aber zum überwiegenden Teil einspurig. An der Küste windet es ausserdem oftmals stark, sodass es sehr anstrengend ist, längere Strecken mit höherer Geschwindigkeit zu fahren. Wir waren häufig mit maximal 80-90 km/h unterwegs.

Da braucht man sich aber wenigstens keine Gedanken über die Road Trains zu machen – die sind mindestens genauso schnell, und Überholen ist sowieso kein Thema.

Warnschild Lastwagen überholen
Northern Territory, 2014.

Zustand der Strassen

Die Hauptstrassen sind in gutem Zustand, überhaupt kein Problem, auch mit dem Wohnmobil. Aufpassen muss man hingegen mit kleinen Strassen, oftmals auch hin zu den Campgrounds in Nationalparks. Diese sind in der Regel nicht asphaltiert, und man tut gut daran, vorher die Kommentare im WikiCamp zu prüfen, wie der Strassenzustand ist.

Und auch dann sollte man im Hinterkopf behalten, dass für Australier die Messlatte höher liegt als für uns, was „unbefahrbar“ bedeutet… sie sind üblicherweise mit 4WD unterwegs, und das macht natürlich alles etwas leichter. Kommentare wie „you might have to let your tires down“ sind klare Anzeichen dafür, dass man mit einem 2WD nicht durchkommt. Mit dem 4WD kann man Luft aus den Reifen lassen, um unwegsamen oder sandigen Untergrund leichter zu befahren. Beim Wohnmobil ist das nicht möglich, und wäre sicher nicht ratsam.

Unberechenbare Tierwelt

Warnung Tiere
Warnhinweise bei der Einfahrt in die Shark Bay (Echidna, Emu, Känguru)

Diese gelben Warnhinweise kennen wir alle. Und sie sind sehr relevant, wenngleich in Western Australia weniger roadkill am Strassenrand lag als wir im Süden Australiens oder auch im Outback schon gesehen haben.

Aber ein Unfall mit einem Emu (bis zu 1.80m gross und 40kg schwer) oder einem Känguru (zwar kleiner, aber auch bis zu 30kg) kann doch ziemlich gefährlich werden. Kängurus haben zudem eine ähnliche Strategie wie Hasen, sie versuchen bei der Flucht unberechenbar zu sein. Es kann daher sein, dass sie plötzlich eine 180°-Kehre machen und wieder zurück auf die Strasse rennen, wenn man bereits das Gefühl hatte, sicher an ihnen vorbei gefahren zu sein.

Besonders aktiv sind die Tiere am frühen Morgen und in den Abendstunden, und hier lohnt es sich, sehr aufmerksam zu fahren. Von Nachtfahrten wird generell abgeraten, und wir haben sie bisher auch immer vermieden.